Bürgermeister-Kandidaten brauchen Fairness: Warum ich die Türen für alle Bürgermeisterkandidaten öffne

Leider doch nicht möglich.

26.01.2026: Die Räume der Bürgerforen können im laufenden Bürgermeisterwahlkampf nicht für Wahlkampfzwecke genutzt werden.
Grund dafür sind die Neutralitätspflichten der Gemeinde: Kommunale Räume – und damit auch die dem Bürgerforum überlassenen Räumlichkeiten – dürfen ausschließlich für bürgerschaftliches Engagement, nicht jedoch für Wahlkampf, Wahlwerbung oder wahlbezogene Veranstaltungen verwendet werden.

Der reguläre Betrieb der Bürgerforen sowie der Austausch zu gemeinnützigen Themen finden selbstverständlich weiterhin statt.
Eine klare Trennung zwischen Ehrenamt und Kandidatur ist dabei einzuhalten.

Aus diesem Grund können leider keine wahlbezogenen Termine oder Veranstaltungen im Bürgerforum statt finden und die Informationsunterlagen der Kandidaten mussten entfernt werden.

Klarheit entsteht durch Trennung. Und Vertrauen durch Transparenz.

Als Geschäftsführer der Bürgerforum Buchhalde Dettingen gUG engagiere ich mich seit langer Zeit für Gemeinschaft, Austausch und Miteinander in Dettingen an der Erms. Die Bürgerforen – ebenso wie unsere neue Online-Plattform DettingenConnect.de – sind bewusst als politisch unabhängige, offene Orte entstanden. Orte, an denen Menschen zusammenkommen, Ideen teilen und sich auf Augenhöhe begegnen können.

Gleichzeitig kandidiere ich nun für das Amt des Bürgermeisters von Dettingen an der Erms. Und genau hier entsteht ein Spannungsfeld, das ich offen benennen möchte.

Engagement und Kandidatur – zwei Rollen, ein Dilemma

Ich kann – und will – mein Engagement im Bürgerforum während der Zeit der Entscheidungsfindung bzw. des Wahlkampfes nicht einfach pausieren. Dafür ist mir diese Arbeit zu wichtig; sie ist zu sehr Teil meiner persönlichen Haltung und meiner Verantwortung gegenüber der Gemeinde.

Gleichzeitig ist mir aber ebenso wichtig: Ich möchte meine Rolle im Bürgerforum nicht für meinen eigenen Wahlkampf nutzen.

Auch wenn es naheliegend wäre, die Räume des Bürgerforums zu nutzen, um über meine Kandidatur zu sprechen, Menschen kennenzulernen oder Fragen zu beantworten – mir ist bewusst, dass genau das als Vorteil gegenüber anderen Kandidatinnen und Kandidaten wahrgenommen werden könnte. Und dieser Eindruck wäre nicht fair.

Denn das Bürgerforum gehört nicht mir als Kandidat. Es gehört den Menschen in Dettingen.

Die Lösung: Offenheit für alle Kandidatinnen und Kandidaten

Nach reiflicher Überlegung bin ich deshalb zu einer klaren Entscheidung gekommen:

Die Bürgerforen sollen ein Ort des offenen Dialogs für alle Bürgermeisterkandidaten sein.

Das bedeutet konkret:

  • Alle Kandidatinnen und Kandidaten erhalten die gleiche Möglichkeit,
  • sich im Rahmen der Bürgerforen vorzustellen,
  • mit Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch zu kommen,
  • Fragen zu beantworten,
  • in einer offenen, wertschätzenden Atmosphäre – im Warmen, bei Tee oder Kaffee.

So bleibt das Bürgerforum das, was es immer war: ein neutraler Raum für Austausch, Begegnung und Gemeinschaft.

Warum mir dieser Weg wichtig ist

Diese Entscheidung ist kein taktischer Schritt, sondern eine bewusste Haltung.

Ich bin überzeugt:

  • Demokratie lebt von Transparenz,
  • Vertrauen entsteht durch Fairness,
  • und Gemeinschaft braucht klare Regeln, damit sie funktioniert.

Indem ich die Bürgerforen für alle Kandidaten öffne, trenne ich meine Rollen so sauber wie möglich – ohne mein Engagement aufzugeben und ohne mir selbst einen Vorteil zu verschaffen.

Ich wünsche mir eine Zeit der Entscheidungsfindung / einen Wahlkampf, der respektvoll, offen und sachlich geführt wird. Und ich glaube, dass sowohl die Bürgerinnen und Bürger als auch Dettingen an der Erms genau davon profitieren.

Sharing is caring! / Scheren heißt kehren!

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